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Arbeitszimmer in einer Berliner Altbauwohnung mit hohen Bücherregalen, Holztischen und einem Mann im Türrahmen

Zeiträume des Lebens: Was wir von einem Filmarchitekten über das Wohnen lernen

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen in eine Wohnung ein und blicken zum ersten Mal an die Decke. Sie ist hoch, sie ist alt, und sie ist ziemlich bedrückend. Genau das ist Sebastian Soukup passiert. Fast hätte ihn diese Decke aus dem 19. Jahrhundert dazu gebracht, die Wohnung gar nicht erst zu nehmen.

Wie es ausgegangen ist, erzählt Vitra in der Home Story «Zeiträume des Lebens». Es ist eine Geschichte, die Mut macht, wenn Sie selbst gerade vor einem Raum stehen und nicht recht wissen, was daraus werden soll.

Kurz & knapp

  • Wer: Sebastian Soukup, Produktionsdesigner und Bühnenbildner aus Berlin
  • Worum es geht: Ein Zuhause, das Stile und Motive aus verschiedenen Epochen kombiniert
  • Seine Methode: Jeder Raum beginnt mit Licht, dann folgen Farbe und Material
  • Die Lösung für die schwierige Decke: eine angepasste, aktuelle Farbpalette
  • Mit dabei: Klassiker von Eames, Prouvé, Panton, Noguchi, Girard, Citterio und anderen

Wer ist Sebastian Soukup?

Soukup erschafft für den Film die visuelle Welt hinter den Bildern. Er verwandelt Texte und Geschichten in Räume, die man glaubt, bevor eine einzige Szene gespielt wurde. Studiert hat er Architektur an der Universität der Künste Berlin. Danach arbeitete er als Architekt und Bühnenbildner am Berliner Ensemble und gestaltete gemeinsam mit Christoph Schlingensief an der Volksbühne Berlin. Heute ist er international als Produktionsdesigner tätig.

Wer so arbeitet, schaut anders auf Räume. Das merkt man seinem Zuhause an.

Schwarzer Panton Chair Classic vor Bücherregalen und Spiegel auf Parkett
Schwarz-weiss gestreifte Küchenzeile mit schwarzem Esstisch, Prouvé-Stühlen und japanischer Schubladenkommode

Erst das Licht, dann die Farbe, dann das Material

Soukups Reihenfolge ist so einfach, dass man sie sofort mitnehmen kann:

1. Licht: Hier beginnt jeder Raum.

2. Farbe: Sie gibt dem Licht eine Richtung und eine Stimmung.

3. Material: Es bringt Oberflächen, Texturen und feine Nuancen hinein.

Zusammen ergibt das eine Atmosphäre. Beim Film ist das die Grundlage jeder Kulisse. Soukup ist überzeugt, dass es zu Hause genauso gilt. Ein Raum fühlt sich für ihn dann richtig an, wenn er auf die eigene Stimmung eingeht und Platz zum Abschalten lässt, damit die Aussenwelt draussen bleiben darf.

Ein Raum fühlt sich richtig an, wenn er auf meine Stimmung eingeht und meinen Bedürfnissen entspricht – ein Ort, an dem ich abschalten und die Aussenwelt hinter mir lassen kann.

Woher die Ideen kommen

Inspiration findet er überall: in Ausstellungen, Filmen, Fotos, Büchern, Begegnungen und sogar in Träumen. Schwierig sei nicht das Sammeln, sondern das Auswählen, also die Vorbilder zu finden, auf denen sich etwas aufbauen lässt.

Zwei seiner Quellen verraten viel über ihn. Da ist ein japanisches Buch über Farben, das er besonders mag. Und da sind die Science-Fiction-Kulissen von Stanley Kubrick, die eine Zukunft entwarfen, in der wir heute in vielerlei Hinsicht längst leben.

Orangefarbener Lounge-Sessel mit Ottoman auf Fischgrätparkett vor blaugrauer Wand, umgeben von Zimmerpflanzen
Schreibtisch mit Elephant Pad von Hella Jongerius, Buntstiftrolle, japanischem Farbenbuch und Wohnskizze

Das Leben hat Schichten, das Zuhause auch

Soukups Grundgedanke ist, dass die Wirklichkeit nie eindimensional ist. Epochen und Einflüsse überlagern sich. Also richtet er seine Wohnung auch so ein und kombiniert Stilelemente aus verschiedenen Zeiten.

Und die Decke? Sie wurde nicht versteckt oder weggeredet. Er hat die Farbpalette angepasst und auf den heutigen Stand gebracht. Danach stimmte die Atmosphäre. Aus dem Beinahe-Ausschlusskriterium wurde ein Teil des Ganzen.

Was wir daraus für unser eigenes Zuhause lernen können

  • Ein «schwieriger» Raum braucht oft keine Renovation, sondern die richtige Farbe.
  • Alt und neu dürfen nebeneinander stehen. Der Reiz liegt in der Spannung.
  • Ein Raum muss nicht in einem Zug entstehen. Er darf Schicht für Schicht wachsen.

Esszimmer mit bemalter Kassettendecke, schwarzem Tisch und Prouvé-Stühlen kombiniert mit antiken Holzstühlen
Heller Altbausalon mit Stuckdecke, Tatami-Matten, Daybed, weissen Eames-Stühlen und orangem Ottoman
Holzerker mit geschnitztem Bogen und rundem Tisch mit roten Eames Plastic Chairs vor einem Fenster ins Grüne

Unser Fazit

Das Zuhause von Sebastian Soukup beweist, dass Wohnen keine Stilfrage ist, sondern eine Haltung. Schauen Sie, was ein Raum braucht, und trauen Sie sich, Altes und Neues zusammenzubringen.

Wenn Sie Lust haben, Ihre eigenen Räume mit Licht, Farbe und besonderen Stücken weiterzudenken, begleiten wir Sie gerne. Kommen Sie bei uns vorbei und lassen Sie sich beraten.

FAQs

Wer ist Sebastian Soukup?

Ein Berliner Produktionsdesigner und Bühnenbildner, der Architektur an der Universität der Künste Berlin studiert hat und international für den Film arbeitet.

Was ist die Vitra Home Story «Zeiträume des Lebens»?

Ein Porträt von Soukups Zuhause, in dem er erzählt, wie er mit Licht, Farbe, Material und Möbeln aus verschiedenen Epochen einen Wohnraum gestaltet.

Wie geht Soukup beim Einrichten vor?

Er beginnt mit dem Licht, fügt Farbe hinzu und setzt zum Schluss Materialien ein, die Textur und Nuancen liefern.

Wie ging er mit der Altbaudecke um?

Er passte die Farbpalette an und brachte sie auf einen aktuellen Stand. Danach stimmte die Atmosphäre im Raum.

Muss ich zum Kombinieren Epochen kennen?

Nein. Soukup zeigt, dass Neugier und ein Gefühl für Stimmung reichen. Gute Beratung hilft beim Rest.

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