Das stapeltischchen t-7030 von Hans Bellmann: Schweizer Design aus den 1950er-Jahren
Filigran, funktional und erstaunlich zeitgemäss: Das stapeltischchen von Hans Bellmann entstand 1954 und gehörte bis 1970 zum Sortiment von Horgenglarus. Nun erlebt der charakteristische Beistelltisch seine zweite Karriere. Möglich wurde die originalgetreue Neuauflage dank historischer Formteile, die jahrzehntelang auf dem Dachboden der Glarner Tisch- und Stuhlmanufaktur aufbewahrt wurden. Sie dienten als exakte Vorlage, um die ursprünglichen Masse des Entwurfs wieder aufzunehmen.
Bellmann verfolgte bei seinen Möbeln die Idee, funktionale und leicht bewegliche Stücke zu schaffen. Das stapeltischchen verkörpert diesen Gedanken besonders anschaulich: Es lässt sich stapeln, unkompliziert von einem Raum in den nächsten tragen und ebenso zwischen Innen- und Aussenbereich bewegen. Der Designer selbst verwendete es als Ablage für seine Malutensilien – und stellte es dorthin, wo er es gerade benötigte.
Beistelltisch t-7030 von Horgenglarus aus Formsperrholz mit mattschwarzem Metallgestell
Die Gestaltung lebt vom bewussten Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien. Die Ablagefläche besteht aus Holz, während die filigranen Füsse mattschwarz lackiert sind. Das Tablett misst 53 × 43 cm und liegt auf einer Höhe von 43 cm.
Charakteristisch für Bellmanns Konstruktion sind die nach aussen geneigten Beine und ihre zentrale Befestigung. Das Konstruktionsprinzip ist bewusst reduziert: Zwei Schrauben und vier Auflagepunkte genügen. Auch die materialsparende Konstruktion und die schnelle Montage waren zentrale Gedanken hinter Bellmanns Entwurf. Er setzte damit auf eine Form von Gestaltung, bei der Funktion und eine möglichst sparsame Verwendung der Mittel unmittelbar miteinander verbunden sind.
Stapelbarer Beistelltisch als flexibles Designobjekt
Seine besondere Qualität zeigt das stapeltischchen dort, wo Flexibilität gefragt ist. Mehrere Tischchen lassen sich übereinander stapeln und bei Bedarf einzeln verwenden. Dadurch eignet sich der Entwurf als bewegliche Ablage, die sich je nach Situation neu positionieren lässt. Seine Geschichte als Arbeitsablage von Hans Bellmann passt dabei erstaunlich gut zu diesem Gedanken: Das Tischchen folgt dem jeweiligen Bedarf, statt einen festen Platz einzufordern.
Bereits 1960 erhielt der damals als „stapelbare Satztischchen“ bezeichnete Entwurf die Auszeichnung „Die gute Form“ des Schweizerischen Werkbunds. Die Neuedition wurde ab November 2016 in Nussbaum Natur sowie in Buche Natur oder gebeizt angeboten. Im Zuge der Neuauflage ist das stapeltischchen ausserdem in deckend lackierten Farben erhältlich.