Armlehnstuhl miro 6-403a: Schweizer Designgeschichte neu gedacht
1999 entwarf Hannes Wettstein den miro 6-403a für Horgenglarus. Seine Gestaltung nimmt Bezug auf den Stapelstuhl 687 S aus dem Jahr 1950, der 1958 die Auszeichnung „Die gute Form“ erhielt, entwickelt dessen Erscheinungsbild jedoch weiter. Wettstein veränderte die Konturen der Vorderbeine, die Form der Sitzfläche und die Stellung der Hinterbeine. Aus diesen Eingriffen entstand ein eigenständiger Designerstuhl mit einer ausgewogenen Geometrie und ergonomisch ausgerichteter Sitzform. Der miro nimmt damit eine besondere Position innerhalb der Geschichte von Horgenglarus ein: Er stand für einen gestalterischen Neubeginn und wurde zum Ausgangspunkt einer umfangreichen Stuhlfamilie, die Hannes Wettstein bis 2007 weiterentwickelte.
Gepolsterter Holzstuhl mit durchdachter Konstruktion von Horgenglarus
Der miro 6-403a verbindet die Materialität eines Holzstuhls mit einer gepolsterten Sitzfläche. Seine Hinterfüsse und der Rücken sind massiv gebogen und verleihen dem Entwurf eine charakteristische räumliche Kontur. Bei einer Breite von 54 cm, einer Tiefe von 48 cm und einer Gesamthöhe von 80 cm bleibt seine Erscheinung kompakt. Die Sitzhöhe liegt bei 47 cm, die Armlehnenhöhe bei 68 cm. Gleichzeitig ist der miro für flexible Bestuhlungen konzipiert: Mehrere Exemplare lassen sich stapeln und über eine Reihenverbindung zu einer geordneten Sitzreihe zusammenführen. Dadurch eignet sich der Designstuhl sowohl für private Räume als auch für gastronomische und öffentliche Bereiche. Bereits bei der Schweizer Expo 64 in Lausanne kam eine Variante des Stuhls im grossen Bierrestaurant zum Einsatz.
Miro 6-403a: vom einzelnen Designstuhl zur grosszügigen Tischordnung
Seine architektonisch klare Form macht den miro zu einem vielseitigen Partner für unterschiedliche Einrichtungskonzepte. Mehrere Stühle können beispielsweise entlang eines langen Esstisches zu einer ruhigen, durchgängigen Komposition arrangiert werden. An einem kompakten Tisch lässt sich dagegen mit einzelnen Exemplaren eine bewusst reduzierte Sitzgruppe gestalten. Auch in grösseren Räumen spielt die Konstruktion ihre Stärke aus: Die Möglichkeit zur Reihenverbindung erlaubt eine präzise organisierte Bestuhlung, während die Stapelfunktion bei wechselnden Raumkonzepten praktisch ist. Wer einen Tisch mit markanter Materialität oder einer eher traditionellen Formensprache besitzt, kann mit dem klar gezeichneten miro einen zeitgemässen Kontrast setzen. In einem puristisch eingerichteten Interieur fügt er sich dagegen als konsequenter Bestandteil einer reduzierten Gesamtarchitektur ein.