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"Seit 1842"

Als im Jahr 1842 in Schaffhausen der Grundstein unseres Betriebes gelegt wurde, sah die Welt noch ganz anders aus. Es fuhren noch keine Autos und keine Strassenbahn, es gab noch kein Kraftwerk und die Industrialisierung hat noch nicht begonnen. Daher lag der Schwerpunkt von Anfang an auf dem Handwerk. Es wurde gesattelt, tapeziert, genäht, gepolstert, Böden gelegt, geschreinert und selber Möbel gebaut. Weiter wurden ganze Einrichtungskonzpte entworfen und wunderschöne Zeichnungen angefertigt. Die Liefer- und Montagearbeiten wurden stets mit der hauseigenen Logistik ausgeführt, am Anfang noch mit dem Leiterwagen. Damit konnten der Kundschaft sehr viele Dienstleistungen und Produkte aus einer Hand angeboten werden. Dieser Grundgedanke konnte bis in die Neuzeit übernommen werden, wenn auch durch den Lauf der Zeit einiges anders wurde. Unsere Vorgänger waren jederzeit sehr bemüht, das Handwerk zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern und viel in die Lehrlingsausbildung zu investieren. Wir sind über den Reichtum unserer Geschichte begeistert und fühlen uns geehrt, einen weiteren Abschnitt der Betz-Geschichte schreiben zu dürfen.

Schaffhausen, im Juni 2018

Andreas Bleisch

Geschäftsführer und Mitinhaber 
Betz Wohn- & Bürodesign AG

Gründung und Aufbau im 19. Jahrhundert

Am 7. Juni 1842 begann Carl Speissegger im "Unterhaus" in Schaffhausen sein Sattler- und Tapezierergeschäft. Bereits acht Wochen später verlegte er es in den "blauen Stern" und zog am 1. August 1843 mit ihm im Haus "Riesen" ein. Mit diesen Umzügen erweiterte sich auch das Dienstleistungsangebot mit Näherei und Tapeziererei. Ab 10. Oktober 1862 war das Geschäft im "Schwarzen Adler", ab 2. März 1883 im Haus "Zun Kaufleuten" und im Jahre 1890 in der Liegenschaft am Ringkengässchen 13 mit einigen zusätzlichen Verkaufsräumen im Haus "Zur Glocke".

Carl Speissegger verstarb am 1. Mai 1895 im 79. Lebensjahr. Der seit 1884 mitarbeitende Eugen Betz leitete die Firma anschliessend weiter und heiratete ein jahr später die Wittfrau Speisseger-Wirth. Am 19. Dezember 1896 übernahm er das Geschäft welches fortan "E. Betz-Wirth" hiess und baute es weiter auf. Seine Frau war von morgens bis abends im Geschäft: Buchhaltung, Rosshaar zupfen, Kunden betreuen - sie war die Seele des Hauses. Tochter Hedwig besorgte den Haushalt und half mit bei der Erziehung des am 1. Januar 1898 geborenen Sohnes Eugen-Heinricht.

Konsolidierung und Weiterentwicklung im 20. Jahrhundert

Eugen-Heinrich Betz begann am 15. April 1913 seine Lehre als Tapezierer und arbeitete anschliessend in Zürich und Bern. Er besuchte von 1919 bis 1920 die "école des arts et métiers" und anschliessend die Kunstgewerbeschule Stuttgart. Dort lernte er auch Walter Knupper, den Sohn eines Winterthurers Schreinermeisters kennen. Über ihn schrieb er nach Hause, dass er ihn gerne näher kennenlernen möchte, was vielleicht später von gegenseitigem Nutzen sein könnte. Und, wie es sich noch zeigen wird, so war dann auch.

Im Sommer 1922 trat Eugen Betz ins väterliche Geschäft ein und begann sogleich, diese umzugestalten. Eltern uns Schwester standen seinen Plänen wohlwollend gegenüber und unterstützen ihn immer wieder – wenn manchmal auch mit zweifelndem Kopfschütteln. Das Geschäft wurde so von ihm in neue Bahnen gelenkt.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Entscheidendes , was sich in einer ersten Kunstgewerbe-Ausstellung vom 7. bis 18 April eindrücklich zeigte. Der Erfolg dieser Ausstellung in Schaffhausen war überaus erfreulich, kam es doch zu Tagesbesuchen von über 300 Personen.

Im September 1928 verstarb Mutter Sophie Betz-Wirth im 79. Altersjahr. Sie hinterliess eine grosse Lücke und die Banden zwischen Vater, Tochter und Sohn wurden noch enger.

Ab 28. August hiesse die Firmenbezeichnung neu. Eugen Balz, Innenarchitekt.

Der Raum Schaffhausen wurde eng und Eugen Betz entschloss sich, ab September 1930 gemeinsam mit der Galerie Forter, am Sonnenquai 16 in Zürich Ausstellungsräume mit 4 grossen Schaufenstern zu mieten. An der Trittligasse diente ein kleines Gartenhaus als zusätzliches Magazin.

Schreinerarbeiten wurden jetzt vor allem an Walter Knupper, Schreinermeister in Winterthur, zur Ausführung gegeben. Deren bessere Qualität und die eigenen Leistungen machten die Firm Eugen Betz, Innenarchitekt in Schaffhausen und Zürich trotz damaligen Krisenjahre bestens bekannt. Man entschied sich darum, auch die Räume der Galerie Forter zu mieten, als diese liquidiert wurden.

Im Jahre heirateten Emmy Engelhaupt und Eugen Betz. Ihre neue Einrichtung wurde bevor sie in der neuen Wohnung stand, für eine Ausstellung neuzeitlicher Wohnräume und Handwebereien verwendet.

Im gleichen Jahr traf die Nachricht ein, dass in den gemieteten Räumlichkeiten des Zürcher Geschäftes ein Cafe entstehen soll – das „Cafe Select“. Als neue Lokalität entschied sich Eugen Betz für Räumlichkeiten an der Bahnhofstrasse 20 im Herzen der Geschäftswelt.

1936 wurde Verena-Ursula Betz geboren. Sie wusste damals noch nicht, dass sie heute die Verantwortung für die Jubiläumssaustellung „160 Jahre Betz“ tragen würde.

Die „Landi“ Schweizerische Landesausstellung 1939, war für die Firma Betz eine ganz wichtige Ausstellung an der sie mit einem zwar kleineren, aber überaus schön ausgestatten Raum teilnahm. Der Raum wurde nicht nur immer wieder gelobt, er brachte auch viele neue, anspruchsvolle Kunden und Aufträge. Oscar Reinhart z.B. gratulierte mit folgenden Worten: „Herr Betz, Sie haben zwar das kleinste, aber das schönste Zimmer. Kommen Sie zu mir, ich will umbauen. „Dann kam der Krieg und Eugen Betz dachte, alles sei vorbei. Doch – 1 Tag nach Kriegsende telefonierte Oscar Reinhart: „Herr Betz, wir machen weiter!“.

Der 2. Weltkrieg brachte Ungewissheit und Verwirrung auch in der Firma Betz. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Eugen Betz selbst leisteten Aktivdienst. Die Einfuhr beinahe aller wichtigen Materialien hörte nach und nach auf. Nur gut, dass weitsichtiger Weise gross eingekaufte Vorräte am Lager waren die es trotz Turbulenzen erlaubten, das Geschäft während den 6 Kriegsjahren 1939 – 1945 weiterzuführen.

Mit Werner-Eugen Betz kam am 3. Oktober  1941 ein Stammhalter zur Welt der es fertigbrachte, dass seinem Grossvater vor Freude die Pfeife aus dem Mund fiel. Werner Betz dachte damals noch nicht daran, dass er heute mit seiner Firma das Jubiläum „160 Jahre Betz“ feiern würde.

Am 5. Januar 1942 verstarb Grossvater und Vater Eugen Betz-Wirth im 80. Altersjahr. Mit ihm schied ein Mann, der auf Menschenalter und Arbeit und Erfahrung zurückblicken konnte. Er hatte auch die Grösse, andere davon profitieren zu lassen, seinem Sohn und Nachfolger den Weg auch dann zu ebnen wenn er eine neue, ganz andere Richtung ging. Er war ein gutes Vorbild.

Die irrtümliche Bombardierung von Schaffhausen am 1. April 1944 hatte das ein Jahr zuvor umgebaute Haus am Ringkengässchen glücklicherweise nicht beschädigt. In den Jahren 1945 und bis anfangs 1947 konnte darum die Liegenschaft umfassend an- und ausgebaut werden. Der Bezug der erweiterten Geschäftsräumlichkeiten erfolgte im Sommer 1947.

Die Nachkriegszeit brachte wieder neue, gute Materialien. Sie liess die Lager anwachsen, was für die anschliessend einsetzende Hochkonjunktur auch nötig war. Die Auftragslage ist gut, die Firma Betz hat volle Beschäftigung.

Am 20 Oktober 1954 beginnt Vreni Betz ihre Lehre als Tapezierer-Näherin in der väterlichen Firma.

Im April 1956 mussten die Geschäftsräume an der Bahnhofsstrasse 20 nach 23 Jahren wegen Abriss des Gebäudes verlassen werden. Vorübergehend wurden Räume an der Poststrasse 5 bezogen, bis am 1. Oktober 1956 der Einzug im eigenen Bau an der Kirchgasse 24 erfolgen konnte.

Werber Betz beginnt seine Lehre als Tapezierer am 1. November 1957 in der väterlichen Firma und macht anschliessend an der „ecole des arts décorativs“ in Genf seine Ausbildung zum Innenarchitekten.

Vreni Betz bildet sich nach 1 Jahr Kunstgewerbeschule Zürich weiter und studiert 1959 an der „school of arts and crafts“ in London.

Nach Auslandsaufenthalten in London und Lahti kommt Werber Betz 1867 zurück und übernimmt die Führung der Bauarbeiten im von einem Brand heimgesuchten, elterlichen Geschäft.

1972 besuchte Werner Betz das SIU (Schweizerisches Institut für Unternehmerschulung) und im August 1973 werden Kunden, Lieferanten und Freunde darüber informiert, dass die Firma Eugen Betz von Werner Betz, Innenarchitekt unter dem Namen Werner Betz & Co weitergeführt wird. Vreni Betz ist aktive Teilnehmerin.

Im 1977 kommt Nicole Betz, die Tochter von Vreni Betz zur Welt und im gleichen Jahr heirateten Werner Betz und Rauha Virtanen.

Die Renovation und Eröffnung des umgebauten Ladens Ringkengäschen 13 war in 1978.

1980 kommt Matti Betz, der Sohn von Rauha und Werner Betz zur Welt.

Der Umzug des Ladens von Zürich in den „Peyerhof“ an der Vordergasse 53 in Schaffhausen und die Übernahme der Firma Carl Binder Teppiche und Orientteppiche) erfolgten 1981.

Neu bei Betz waren dann eine eigene Bodenlegerei und sowie der Verkauf und die Reparatur von Orientteppichen.

1982 kam Tochter Kathrin Betz zur Welt und vervollkommnete die Familie mit Rauha, Werner und Matti Betz.

In den Jahren 1982/1990 hat Betz eine eigene Büromöbelabteilung aufgebaut sowie Vertretung und Betreuung bekannter Möbelmarken übernommen (z.B. Artemide, B&B Italia, Cassina, USM-Haller, Vitra).

Ab 1986 ist Ehefrau Rauha Betz aktiv am Geschäft beteiligt. Sie übernimmt die Führung der Finanzen, des Personalwesens und der Administration.

Im Jahre 1991 erwirbt Betz die Liegenschaft der ehemaligen „Coffex Kaffeerösterei“ am Rheinweg 21 in Neuhausen am Rheinfall.

1994 erfolgt der Umzug der Werkstätte, Nähatelier, Bodenlegerei und Lager in die Liegenschaft am Rheinweg 21, Büro und Administration blieben im „Peyerhof“ an der Vordergasse 53 in Schaffhausen.

Die damalige Neuzeit hatte damit für die Firma Betz begonnen und die damalige Geschäftsleitung mit Vreni, Rauha und Werner Betz haben diese Zeit massgeblich geprägt.

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